Rückblicke

Mordsspaß im Pfarrgarten

(Titelfoto: © Peter Koerber 8/2019)

Ein kleiner Schubs – upps – tot. So schnell kann´s passieren in Jutta Wilbertz’ Mörder-Songs und Kurzkrimis.

Die aus Dorsten stammende, in Köln lebende Krimi-Autorin, Sängerin  und Musik-Kabarettistin konnte im Pfarrgarten der Hervester Marienkirche bei ihrem Heimspiel neben ihren Eltern und Geschwistern gut 60 Besucher vorzüglich unterhalten, die bei hochsommerlichen Temperaturen den Weg ins Marienviertel gefunden hatten. Gutes Timing: Zu Beginn der Lesung lagen fast alle Sitzplätze im Schatten der großen Eichen.

Frauen morden ja bekanntlich deutlich kreativer als Männer. Das machte Jutta Wilbertz höchst dramatisch in ihren Kurzkrimis klar.

Das erste Widerwort, dass Ingeborg ihrem despotischen Hugo nach langer Ehe gab, ließ Hugo fünf Tage nicht mehr mit Ingeborg sprechen. “Der spricht kein Wort mit mir und schaut irgendwie durch mich durch.” Kein Wunder, war das Widerwort doch ein kräftiger Schlag mit der Bratpfanne …

Und wie wird frau einen stalkenden Latin Lover los? Sie serviert ihm einen Whisky mit Schlaftablette und platziert ihn dekorativ schlafend im Watt, kurz bevor die Flut kommt … Mit diesem Kurzkrimi ( “In die Wüste geschickt”) gewann sie 2017 den 1. Ostfriesischen Krimipreis, auf dem Wettbewerb gelesen von Joe Bausch, dem Pathologen des Kölner Tatorts.

Einfallsreich auch die Todesarten in ihren Krimisongs, ihren Mörderballaden, dabei auf der Gitarre begleitet von ihrem Mann Thomas Wilbertz. “Der braucht aber keine Angst zu haben. Wir sind seit fast 29 Jahren verheiratet und er spielt viel zu gut Gitarre, um ihm Arsen zu geben.” An den messerscharfen Pointen verletzt sich zum Glück keiner, eher bei der Bootsfahrt im Haifischgebiet. Ein kleiner Schubs – upps …

Besondere Schmankerl: die “kleinen Umdichtungen” bekannter Volkslieder. Da ahnt das Publikum schon das böse Ende, wenn Jutta Wilbertz zu singen beginnt “Ade nun zur guten Nacht …”.

Mitreißend gelesen, mal sanft-zärtlich, mal erotisch-aggressiv gesungen: Es war eine gruselig-schöne und schaurig-unterhaltsame Reise durch die Spielarten des Mordens.

Mörderisch lecker waren die kulinarischen Köstlichkeiten aus den Giftküchen der Kulturkreis-Frauen, stilvoll präsentiert zwischen Pflastern, Tupfern und giftgrünen Spritzen: Fliegenpilze, Schwarze-Nacht-Salat, Blutsuppe …

  

  

 

Wer mehr wissen will zu Jutta Wilbertz:
https://www.jutta-wilbertz.de/
https://www.moerderische-schwestern.eu/wer-wir-sind/autorinnen/w/jutta-wilbertz/

Text & Fotos (soweit nicht anders vermerkt) jotw / Kulturkreis St. Marien 08/2019

Eine tolle Fotogalerie mit Bildern von Peter Körber, die er als unser professioneller ‘Hausfotograf’ dem Kulturkreis St. Marien dankenswerterweise zur Verfügung stellt:

(Alle Bilder der Galerie: © Peter Koerber 8/2019)

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Weltmusik vom Feinsten

Georgien, Armenien, Türkei, Libanon, Ägypten, Tunesien, Israel, Rumänien, Argentinien, Brasilien, Mexiko, Irland: ­ es war ein bunter Reigen, den die angereisten Mitglieder des World Music Ensembles der Uni Oldenburg (Leitung: Nangialai Nashir) am Samstag, den 13. Juli 2019 in der Marienkirche präsentierten. Einige Musiker des Ensembles, die verhindert waren, wurden ersetzt durch Dorstener Musiker: dem Flötisten Thomas Döller, der Geigerin Ursula Berger-Nashir und zwei Schülern der im Marienviertel ansässigen Musikschule Paganini, nämlich Asisa und Ramin Nashir an der Violine und am Klavier. Diese passten sich trotz nur einer einzigen Probe – am Konzerttag – hervorragend in das Ensemble ein.

Den Zuhörerinnen und Zuhörern (jene, die nicht da waren, haben diesmal etwas Besonderes verpasst!) wurde ein musikalisch vielfältiger Abend dargeboten: orientalische Klänge (mit Oud), Klezmer (mit Akkordeon), Volkslieder aus Georgien, Armenien, Rumänien und besonders beeindruckend an diesem Abend: die aus dem Ensemble hervorgegangene Irish-Folk-Formation Dánacht mit Sängerin, Violine, Gitarre, Kontrabass und Uillean Pipes (der irischen Version des Dudelsacks). Die vier Musiker und Musikerinnen spielten vier spannende Tunes aus ihrem Repertoire; in Puncto Dynamik und Zusammenspiel ein Genuss, solch toll aufeinander abgestimmte Spieler agieren zu sehen und zu hören. Das gesamte Konzert bot eine für die Akustik der Marienkirche kluge Musikauswahl mit feinfühligen Arrangements und großer stilistischer Bandbreite – und dies alles auf künstlerisch hohem Niveau: Hier erklang Weltmusik vom Feinsten.

Zwei Anmerkungen noch:

Die Kulturkreis-Damen lobten die gute erstmalige Kooperation mit dem Musikverein Dorsten, die trotz kurzfristiger Planung, Sommerferienbeginn und vieler privater Verpflichtungen sehr unkompliziert und freundlich verlief.

Für das leibliche Wohl der schon am Mittag angereisten Musiker sorgten Kulturkreis, Musikverein, Paganini-Musikschule und Lena Steuter vom Wirtshaus Lunemann, die den jungen
Leuten eine köstliche Mittagssuppe spendierte.

 

 

  

Alle Fotos: © Klaus Kringel / Kulturkreis St. Marien

Auch Cornelia Wollmer-Radix hat feine Fotos gemacht, wie Sie in der folgenden Bildergalerie unschwer sehen können.

Alle Bilder der Galerie: © Cornelia Wollmer-Radix 07/2019

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Cant’Ella in der Marienkirche:
es war ein Genuss!

Ihren Beitrag zum Dorstener Chorfestival leisteten die Damen des Kulturkreises St. Marien mit der Einladung an den Frauenchor Cant’Ella, Bestplatzierte in vielen Chorwettbewerben.

  

  

Und dem guten Ruf, der dieser sangesfreudigen Truppe vorauseilte, wurden die Frauen gerecht: Es war ein Erlebnis, Cant’Ella zuzuhören, ganz gleich, ob bei ‘Volksliedern’ wie ‘Dat du min Leevsten büst’ oder bei mehrstimmigen Chorwerken von Paul Stanhope oder Steinar Eielsen (da unterstützt durch den einzigen Mann, Carlo Brunn, an den Röhrenglocken). Das begeisterte Publikum erklatschte sich natürlich eine schöne Zugabe und verabschiedete die sympathischen Sängerinnen mit stehenden Ovationen!

Der pure Genuss waren auch  die kulinarischen Köstlichkeiten, die die Kulturkreis-Damen vor und nach dem Konzert und in der Pause auf der sonnenbeschienenen Pfarrwiese und im Schatten ‘unter den Kastanien’ anboten.

 

Als Gast der ersten Stunde bei den Kulturkreis-Konzerten ließ es sich Els Schürholz,  ‘Grande Dame’ des Marienviertels, nicht nehmen, auch an ihrem 89. Geburtstag dieses Chorkonzert zu besuchen. Ein gefühlvolles ‘Zum Geburtstag viel Glück’ des Chores und ein bunter Strauß Blumen, überreicht von der Kulturkreis-Sprecherin Ursula Bensch, waren Glückwunsch und Dank an diese überaus treue Besucherin.

Alle Fotos: © Klaus Kringel / Kulturkreis St. Marien 06/2019

Sehr fachlich rezensiert Sabine Bornemann in der Dorstener Zeitung dieses Chorkonzert:

Das folgende Foto wurde dem Kulturkreis St. Marien freundlicherweise von Sabine Bornemann zur Verfügung gestellt.

Der Frauenchor CANT’ELLA unter Leitung von Bine Becker-Beck gab zu seinem 25-jährigen Bestehen ein faszinierendes Konzert mit “Lieblingsstücken” in der Marienkirche. © Sabine Bornemann

Confido begeistert – in Dorsten und Westerholt

Nach dem großen Erfolg in Dorsten ein ebenso überwältigender Abend mit “standing ovations” und nicht enden wollendem Applaus in der voll besetzten Kirche Sankt Martinus Westerholt.
Dieses Requiem-Projekt hat allen Beteiligten großen Spaß bereitet. Heute auch unter den Augen vom Dorstener Bürgermeister Tobias Stockhoff, der am Samstag nicht nach Sankt Marien kommen konnte.
Confido vocale & camerata wird vielen Klassik-Liebhabern auch in Herten und Westerholt in guter Erinnerung bleiben.