Don Kosaken in der Marienkirche: Stimmgewaltige Gesänge

Mit seinen stimmgewaltigen Gesängen hat der eindrucksvolle ‘Don Kosaken Chor Serge Jaroff ® unter Leitung von Wanja Hlibka’ am Montagabend  etwa einhundertfünfzig Zuhörer begeistert.

“Diesen Chor zu erleben, ist immer wieder ein Hörerlebnis: eindrucksvoll und berührend”, meinte ein Gast, der schon oft in den Konzerten des Chors war, auch schon unter dem Dirigat von Serge Jaroff. “Auch wenn es früher mal an die 40 Sänger waren, diese 12 heute reichen für ein tolles Konzert.”

Foto: © Wolfgang Just / Kulturkreis St. Marien

Diese 12: Die stimmgewaltigen, akademisch ausgebildeten Solisten, allesamt auch in großen (ost-) europäischen Opernhäusern tätig, werden von der Fachpresse immer wieder als „russische Stimmwunder“ bezeichnet. Sie begeistern ihr Publikum mit ihren einmalig kraftvollen, herrlich timbrierten Stimmen und vermitteln den ganzen Zauber und auch die ureigene Melancholie der russischen Musik nahezu in Vollendung (wobei man besser nicht eine Übersetzung ins Deutsche liest: Manche der sog. Volksweisen sind ganz schön blutrünstig und grauselig; die Donkasaken bildeten schließlich eine wegen ihrer Härte gefürchtete Armee und manche der Lieder stehen in genau dieser Tradition!).

 

  
Fotos: © Peter Koerber / Kulturkreis St. Marien

Sehr beeindruckend: der erste Teil des Konzerts mit sakralen Liedern aus der russisch-orthodoxen Liturgie. Gleich das ‘Credo’ zu Beginn faszinierte mit der deutlich vorgetragenen Inbrunst von Gläubigen, aber auch mit der voluminösen Stimmführung der einzelnen Sänger vom tiefsten Bass bis zum Diskant – und brachte die Akustik der Kirche an ihre Grenzen: einige wenige Mal reagierte der Kirchenraum wie ein übersteuerter Verstärker.

Foto: © Wolfgang Just / Kulturkreis St. Marien

Die Traditionals nach der Pause zeigen immer wieder deutlich die ‘Handschrift’ des Chor-Gründers. Erst ab 2001 durfte Wanja Hlibka die Original-Arrangements von Serge Jaroff für seine künstlerische Arbeit nutzen – und das bringt Gänsehaut pur bis hin zur zweiten Zugabe, einem in Deutsch gesungenem “Guten Abend, gut’ Nacht”:  leise-zärtlich vorgetragen und dennoch den Kirchenraum bis in letzte Ecke füllend.

Foto: © Peter Koerber/ Kulturkreis St. Marien

Ein solch hochkarätiges Spitzenensemble kann es sich auch leisten (und ich empfinde es als wohltuend!), auf jegliche Effekthascherei und ‘Show’ zu verzichten, auch bei einem folkloristischem Highlight wie ‘Kalinka’: schwarze Kosakenmonturen mit roten Lampassen und schwarzen Gürteln, der Dirigent mit sparsamen Handbewegungen, die Sänger still stehend mit auf dem Rücken verschränkten Armen; nur bei ihren Soli brachten die jeweiligen Sänger die Hände nach vorn und die Daumen hakten im Gürtel ein. Das reicht – wenn ein Chor wie dieser so mit seiner Sangeskunst  überzeugen kann.

Foto: © Wolfgang Just / Kulturkreis St. Marien

Text: jotw

Alle Fotos der folgenden Bildergalerie: © Wolfgang Just / Kulturkreis St. Marien

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Was soll der Unsinn? – Fontane reloaded

„Aller guten Dinge sind drei“: Nein, kein Aphorismus von Theodor Fontane, aber ein guter Ratschlag, den das Baumhaus-Team beherzigte. Nach den zwei Veranstaltungen im ausverkauften Baumhaus im Frühjahr gastierte die Schauspielergruppe um ihren Impressario und Drehbuchautoren Bertold Hanck nun auf Einladung des Kulturkreises St. Marien im dortigen Pfarrheim, das ebenfalls voll besetzt war.

Tenor bei den Gästen im vollbesetzten Pfarrheim: “Tolle Leistung derSchauspieler!”

Zum seinem 200. Geburtstag erweckte die Truppe Theodor Fontane, den wohl wichtigsten Vertreter des deutschen poetischen und literarischen Realismus, mit biografischen Notizen, zeitgenössischen Bildern, mit Zitaten, Gedichten und Balladen (teils gesungen in Folkrock-Manier à la Achim Reichel), mit Spielszenen aus ‚Effi Briest‘, ‚Irrungen und Wirrungen‘ und dem ‚Stechlin‘ wieder zum Leben. Ansteckend: die Spielfreude der Akteure. Beeindruckend: die Intensität ihres Spiels, die eindrucksvoll den radikalen Demokraten, den humorigen Poeten, den Romancier, den Kämpfer gegen unsinnige gesellschaftliche Zwänge, den Fake-News-Journalisten, den flatterhaften Politiker, eben Fontane in all seinen Facetten, auf die Pfarrheim-Bühne brachte.

Der Stechlin im Interview

Ebenbürtig: das Kuchenbüfett der Kulturkreis-Frauen, die schon eineinhalb Stunden vorher in ihr Kultur-Café zum Torten-Zauber einluden, ein Angebot, das an diesem verregneten Sonntag gerne angenommen wurde.

Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Fotos: © Heike Kringel / Kulturkreis St. Marien

Rundum: eine tolle Veranstaltung, ein „lehrreicher, informativer und sehr unterhaltsamer“ Nachmittag, wie nicht nur Ursula Bensch, Sprecherin des Kulturkreises, in ihrem Dank an die Baumhaus-Truppe betonte.

Impressionen von der Veranstaltung
(Alle Fotos: © Klaus Kringel / Kulturkreis St. Marien):

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Was soll der Unsinn?

Szenische Lesung zum 200. Geburtstag von Theodor Fontane

In seinen Reimen schenkte er uns Birnen aus dem Havelland, literarisch nahm er uns mit auf Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Doch Theodor Fontane, dessen Geburtstag sich 2019 zum 200. Mal jährt, war viel mehr als Poet und Buchautor: Zum Beispiel Freiheitskämpfer, Theaterkritiker und Kriegsberichterstatter.

Nach der Begegnung mit Martin Luther und Karl Marx lud im März 2019 Bertold Hanck  das Publikum ein, auf der Bühne des Cornelia-Funke-Baumhauses eine bedeutende, aber auch widersprüchliche Persönlichkeit der deutschen Kulturgeschichte besser kennenzulernen.

Der Zuspruch zu diesen Lesungen war so überwältigend, dass der Kulturkreis St. Marien alles unternahm, diesen ‘Unsinn’ noch mehr Interessierten zugänglich zu machen.

Eine Veranstaltung in Kooperation von Cornelia-Funke-Baumhaus und Kulturkreis St. Marien

Sonntag: 29.09.2019 um 17.00 Uhr

Eintritt 10,-€ (Erlös für die Arbeit des Baumhauses)

Die Damen des Kulturkreises bieten ab 15.30 Uhr ein Café an ; vielleicht ist auch etwas mit Birnen dabei … (Erlös für die Arbeit des Kulturkreises)

Veranstaltungsort: Pfarrheim St Marien, Marienstr. 75, 46284 Dorsten

Übrigens: Hans-Georg von Ribbeck, Fontanes Birnenfreund, starb 1759, also vor genau 260 Jahren (zur Familiengeschichte der von Ribbecks: https://www.vonribbeck.de/ueber-uns/)

 

Herzlich willkommen!

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