“Good vibrations” im Kirchenraum:
Trio contemporaneo

Die Marienkirche platzte nicht gerade aus allen Nähten bei dem Matinee-Konzert, zu dem der Kulturkreis St. Marien das Trio contemporaneo eingeladen hatte. Leider, denn der musikalische und spirituelle Genuss, den die gut 50 anwesenden Konzertbesucher erleben durften, hätte sicherlich noch dem ein oder anderen Musikliebhaber mehr Freude bereitet.

Das Dortmunder Trio contemporaneo um den Komponisten Günther Wiesemann bot eine nicht alltägliche Mischung aus Bekanntem und Neuem auf hohem Niveau.

Nach zwei Ausschnitten aus Konzerten für Violine und Orgel der Barock-Komponisten Guiseppe Tartini und Jiri Antonin Benda, beide virtuos vorgetragen von Tamara Buslova an der Orgel und Michael Nachbar auf der Violine, überraschte, ja verstörte anfangs etwas Wiesemanns ‚In memoria‘, ein Stück zeitgenössischer (Kirchen-) Musik für Viola, Orgel und Schlaginstrumente, darin ein lyrischer Sprechpart. Auch die Orgel der Marienkirche mag sich gewundert haben über ihre ungewohnte Partnerschaft mit Triangel, Klangschale und Holzblock. Und doch: So ganz anders als die vorherigen, von der Violine geprägten Stücke erinnerten die Stimmung des Textes und die Schwingungen der Instrumente sehr eindrücklich an die Bedeutung dieses besonderen Tages: Christkönigssonntag, das Ende des Kirchenjahres, Totensonntag. „Wen ich liebe, den vergesse ich nicht.“
Ganz besonders: Da das Trio ja von der Orgelempore aus spielte, schauten die Besucher in den hellen, schön gestalteten, aber ansonsten leeren Altarraum. Nichts lenkte von der Erfahrung, vom Erleben des Klangraums Kirche, von Erinnerungen ab!

Mit den Sätzen 2 und 3 aus dem Konzert für Viola und Orchester von J.Chr. Bach, hier in der Casadesus-Fassung für Viola und Orgel, ging es beschwingt und energisch in die Pause, in der die Konzertbesucher nicht in das uselige Wetter draußen mussten, sondern im hinteren Bereich des Kirchenraums mit Kaffee, Tee  und  Gebäck von den Damen des Kulturkreises verwöhnt wurden.

Nach der Pause ging es mit zwei Eigenkompositionen von Günther Wiesemann weiter. Bei „Besinnung, Besingung“ begleitete Michael Nachbar auf der Viola sehr behutsam das Klangspiel einiger Schlaginstrumente, auf den Altarstufen zum Tönen gebracht von Tamara Buslova und Günther Wiesemann.
Ganz leise, aber raumfüllend zeigte Wiesemann dann in „Spuren, hautnah“, welche enorme Wirkung kleine Schlaginstrumente haben, wenn man konzentriert zuhört, Klangschalen-Vibrationen, die zutiefst berührten. Nach dem Konzert meinte einer der Besucher: „Verwunderlich! Als ganz zart das Xylofon spielte, war es in der Kirche leiser, als wenn niemand drin gewesen wäre.“

Zwei wunderbar vorgetragene Stücke von J.S. Bach für Violine und Orgel beendeten dieses außergewöhnliche, beeindruckende, aber auch herausfordernde Konzert; die große Leistung der drei Künstler wurde mit anhaltendem Beifall bedacht.

Dank auch an die Damen des Kulturkreises St. Marien für dieses besondere Matinee in ihrer Kulturkirche; über die nächsten Konzert-Termine können Sie sich unter www.marienviertel.de/kulturkreis informieren.

jotw

Fotos: © Johannes Wulf / Kulturkreis St. Marien

 

Grandios: Jazzchor Freiburg

(Neu: Feine Bildergalerie am Ende des Artikels!)

Was sind die nun? Ein Gospel-Chor, ein Swing-Ensemble, eine A-capella-Formation? Sicher von allem etwas und vor allem Jazz-Sänger, aber auch alles vorgetragen auf höchstem Niveau. Teils unglaublich schnell in Melodie und Text, alles äußerst akkurat und mit sichtlich ‘Spass inne Backen’: Das Publikum in der Marienkirche, nicht alle Gäste waren unbedingt Jazz-Fans, zollten dieser Perfektion lang anhaltenden ehrlichen Beifall.

Lob gabs auch vom Chor: zum einen für die besondere Akustik in der Marienkirche und das fröhlich-freundliche Publikum und – Achtung Eigenlob! – für die tolle Bewirtung mit warmem Essen durch die Damen des Kulturkreises.
“Für so nette Gäste, die nachher sogar beim Abräumen helfen, legen wir uns gerne ins Zeug!”,  meinte dann eine der Damen.

Homepage des Jazzchor Freiburg

Jazzchor Freiburg: „Infusion“
Leitung: Bertrand Gröger

Simone Bollini – Piano
Roberto Koch – 
Bass
Michael Heidepriem – Schlagzeug

Ab Oktober 2018 singt der Jazzchor Freiburg sein neues Programm „Infusion“ (Die Aufführung in der Marienkirche war erst die dritte!) . Ist das ein Tee oder die Spritze vom Arzt? Weder noch – aber gesund ist diese Musik sicherlich: Jazz zwischen 1970 und heute, beginnend mit der Fusion-Ära. Das geht los mit Joe Zawinul, Pat Metheny, Keith Jarrett bis ins Jetzt zu E.S.T. und Olivia Trummer. Und was ganz sicher ist: Das hat noch kein Chor gesungen! Denn die ursprünglich meist instrumentale Musik musste erst betextet und mit großer Kreativität arrangiert werden. Alles maßgeschneidert für den Jazzchor Freiburg.

Die Dorstener Zeitung schreibt in ihrer Ausgabe vom 30.10.2018 dazu:

Großer Dank an Peter Koerber für die folgenden Fotos
(Alle Bilder © Peter Koerber 2018)

Jazzchor Freiburg – Infusion

Seit seiner Gründung durch Bertrand Gröger 1990 hat der Jazzchor Freiburg in Konzerten und auf Tonträgern die unterschiedlichsten Nischen und Nuancen des vokalen Jazz beleuchtet und dabei immer wieder Grenzerfahrungen gesucht.
„Infusion“ bildet dabei keine Ausnahme: mit der Fokussierung auf das bis heute musikalisch wirksame Label „Fusion“ festigt das Freiburger Ausnahmeensemble seinen Ruf als Wegbereiter der Chorszene.
Kaum eine Entwicklung im Jazz hatte eine vergleichbare  Breitenwirkung wie seine Verschmelzung mit Rock, Funk und Latin zu „Fusion“ – Musikerpersönlichkeiten wie Miles Davis oder Pat Metheny und bahnbrechende Kompositionen wie Joe Zawinuls „Birdland“ sind bis heute im kollektiven Bewusstsein verankert.

Mit seinem neuen Programm „Infusion“ erschließt sich der Jazzchor Freiburg diesen vitalisierenden Stilmix des instrumentalen Jazz, der durch eigene Arrangements erstmals singbar gemacht wurde. Begleitet wird der Chor dabei von seinem bewährten Jazz-Trio an Klavier, Kontrabass und Schlagzeug.

St.-Marien-Kirche, Dorsten
Sonntag, 28.10.2018, 18.00 Uhr
Eintritt: 25,00 €

Vorverkaufsstellen unter
https://marienviertel.de/kulturkreis/?page_id=32

Herzlich willkommen!