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Einbahnstrassen-Meinungsbild

Nach der Palmenwahl nun die Einbahnstraßenwahl? Natürlich nicht!

Wenn es kein wirkliches Richtig oder Falsch gibt, tut eine Verwaltung, tut ein Stadtrat gut daran, sich vor einer Entscheidung ein Meinungsbild der betroffenen Bürger*innen einzuholen; je mehr zu diesem Bild beitragen, desto besser, desto repräsentativer. Eine solche ernst gemeinte Umfrage entspricht auch dem von Bürgermeister Stockhoff offensiv eingeschlagenen Weg hin zu einer ‘Bürgerkommune’.

Die rund 70 Marienviertler*innen, die am Donnerstag am 5. Quartiersgespräch in der Aula des Caritas-Bildungszentrums dabei waren, taten ihre Meinung sehr differenziert kund und tauschten die Argumente aus; die Verwaltung hätte aber gerne eine größere Basis als Entscheidungshilfe.

Und so initiiert die Dorstener Zeitung eine Befragung der Marienviertler*innen (und ganz klar ‘nur’ eine Umfrage und keine Abstimmung!) über die künftige Verkehrsführung am Luner Weg, die sowohl ‘analog’ über ein ausgeschnittenes Zettelchen als auch online (www.dorstenerzeitung.de) erfolgen kann.
Leider sehr verwirrend (und das Ergebnis verfälschend!) dabei ist, dass die Online-Umfrage sich in den Fragestellungen und den Antwortmöglichkeiten stark vom ‘Stimmzettel’ unterscheiden! So kriegt man kein belastbares Meinungsbild!

Vergleichen Sie einmal die Aussagen in der Online-Umfrage mit den Fragen auf dem Stimmzettel:

  1. Die jetzige Einbahnstraßenregelung am Luner Weg zwischen Bahnunterführung und Kreisverkehr An der Wienbecke soll beibehalten werden.
  2. Der Luner Weg inklusive Wienbachbrücke soll nach dem Neubau der Wienbachbrücke in beide Fahrtrichtungen wieder geöffnet werden.
  3. Der Luner Weg soll zur Anliegerstraße werden und nur noch für Anlieger und Radfahrer zur Verfügung stehen.
Online lässt sich auch nur einmal (also bejahend) ankreuzen und nicht zwischen Ja und Nein wählen!
Für eher ungünstig halte ich auch, dass die Umfrage in einen ‘DZ+’-Artikel eingebunden ist: Die Teilnahme setzt eine – allerdings kostenlose und unverbindliche – Registrierung voraus.
Zudem  – vielleicht sogar vor allem – stellt sich die Frage, welchen Sinn es hat, die gesamte Leserschaft der Dorstener Zeitung zu diesen kleinen, nur das Marienviertel betreffenden Verkehrsführungsfragen um eine Meinung zu bitten, wo doch erst für den Herbst eine neue Quartierskonferenz angedacht ist, in der dann das Votum (nur!) der Marienviertler*innen eingeholt werden soll.

jotw

 


Zum Print-Artikel der Dorstener Zeitung schreibt Bürgermeister Stockhoff ergänzend und klarstellend in einer E-Mail:

“[…][Im] letzten Absatz wird vermutlich versehentlich doppelt erwähnt, dass die Bürger nicht entscheiden. Dies könnte bei einigen Bürgern den Eindruck erwecken, die Stadtverwaltung Dorsten und der Stadtrat hätten überhaupt kein Interesse an diesem Stimmungs- oder Meinungsbild. Ich möchte an dieser Stelle – wie auch mehrfach am Abend geschehen – versichern:

Eine Entscheidung obliegt am Ende gemäß Gemeindeordnung zwar der Verwaltung bzw. dem Stadtrat/dem zuständigen Fachausschuss. Die Verwaltung, der Stadtrat oder der zuständige Ausschuss wären aber gut beraten, das Bürgervotum an dieser Stelle ernst zu nehmen, da es eben in diesen Fragestellungen kein Richtig und kein Falsch gibt, sofern die Lösung rechtlich erlaubt und verkehrssicherheitstechnisch sinnvoll wäre. […]
Vielleicht besteht ja zumindest noch im Online-Artikel die Möglichkeit, diesen Hinweis zu ergänzen.
Herzlichen Dank im Voraus und ein schönes Wochenende!
Tobias Stockhoff, Bürgermeister


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