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Leopold-Regal eröffnet

Prof. Ulrich Borsdorf, ehemaliger Chef und Initiator des Ruhrmuseums auf Zeche Zollverein, bei seiner Ansprache (Foto:  © J. Wulf)

 

Nicht mehr so ganz im Marienviertel, aber knapp daneben:

Die Industrielandschaft an der Ruhr, Dorsten und Fürst Leopold haben eine neue Attraktion:

Knapp 9 Meter hoch ragt das interaktive Museumsstück, das Leopold-Regal, hoch an der Wand der Maschinenhalle, in 35 Fächern bestückt mit Gegenständen aus dem Bergmannsalltag, vom Steigerstock (zur Gesteinsprüfung) über das Moped (mit dem man zur Arbeit fuhr) bis hin zu den Tauben (den Rennpferden des Bergmanns). Und weil Besucher nur in die beiden unteren Reihen des Regals hineinschauen können, lassen sich über eine Auswahl am Touchscreen alle ausgestellten Gegenstände heranholen, die dann in knappen, aber ausreichenden Worten erklärt werden. Beeindruckend und einmalig!

In seiner kurzen Ansprache machte der Vorsitzende des Vereins für Bergbau- Industrie- und Sozialgeschichte Dorsten, Gerd Schute, die Schwierigkeiten deutlich, die mit der 5-jährigen Planung verbunden waren, aber auch, wie froh er sei, sich nicht auf den kleinsten gemeinsamen Nenner in der Ausführung geeinigt zu haben, sondern das Beste angestrebt zu haben. Nicht nur mein Urteil: ein gelungenes Alleinstellungsmerkmal ist es geworden! 35 Prisenflaschen und 26 Grubenlampen ausstellen kann jeder.

Schutes Ansprache und die wenigen anderen umrahmte die Sopranistin Irmke von Schlichting mit Opernarien; die “Aschegeister” Michael Bereckis, Richard Ortmann und Thorsten Trelenberg ‘erklärten’ das Regal in lyrischen Worten, mit Saxophon, Akkordeon und metallischen Geräuschen. Irmke von Schlichting hat wohl ein besonderes Faible für die Maschinenhalle und ihre Akustik: während die Redner schwer zu verstehen waren, klang ihr Gesang wie in einem Konzertsaal (Hier ein Video von einem früheren Besuch der Maschinenhalle).

Wie es sich für ordentliche Bergleut’ gehört, gab´s nach der Feier eine kräftige Bohnensuppe, zubereitet vom Vereinsmitglied Tekin Dagdelen.

Sprachlicher Witz am Rande: Nikolaus Leopold Fürst zu Salm-Salm, der Namensgeber der Zeche, besaß das ‘Bergregal’, das Recht über die Bodenschätze unterhalb Dorstens; nun ‘besitzt’ der Bergbauverein das nach Fürst Leopold benannte Regal über der Erde.

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Maschinenhalle Fürst Leopold, Fürst-Leopold-Platz 4, 46284 Dorsten

Öffnungszeiten:
Die Maschinenhalle ist während der Saison von “Ostern bis Oktober” an Sonn- und Feiertagen geöffnet.
Um 14 Uhr startet an diesen Tagen an den Torhäusern, Halterner Straße, eine offene Führung, die um 15 Uhr mit der Vorführung des Reibradantriebs in der Maschinenhalle endet.
Weitere Öffnungszeiten bei Ausstellungen: freitags von 18 bis 21 Uhr, samstags von 15 bis 18 Uhr.
Führungen und Öffnungen sind auch individuell vereinbar: Telefon: (02362)  99 72 177,  Email: info@bergbau-dorsten.de

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