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Die Brück’ am Hammbach

 Theodor Fontane: Die Brück’ am Tay

»Wann treffen wir drei wieder zusamm’?«
»Um die siebente Stund’, am Brückendamm.«
»Am Mittelpfeiler.« »Ich lösche die Flamm’.«
»Ich mit.« »Ich komme vom Norden her.«
»Und ich von Süden.« »Und ich vom Meer.«

»Hei, das gibt ein Ringelreihn,
Und die Brücke muß in den Grund hinein.«
»Und der Zug, der in die Brücke tritt
Um die siebente Stund’?« »Ei der muß mit.«

»Muß mit.«
»Tand, Tand,
Ist das Gebilde von Menschenhand.«
[…]

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Hammbachbrücke im Winter 2009 Alle Fotos: (C) Raimund Euler

Fontane lässt die Brücke am Tay durch das Machwerk von drei Hexen einstürzen.
Ähnlich verhext scheint es in Dorsten zuzugehen, wo zwei – für Anwohner und Touristen wichtige – Brücken derzeit nicht zur Verfügung stehen.
Über die komplexe Gemengelage bei der Zechenbahnbrücke konnten wir ja schon oft lesen, nun trifft es auch die Hammbachbrücke am Blauen See: Fertigstellung des Neubaus nicht vor Mitte 2017, die Dorstener Zeitung berichtete heute:


2016-09-28-hammbachbruecke-ezeitung-dorsten


Als diese Mitteilung der Stadt gestern Abend bekannt wurde, blieben natürlich auch – und zu Recht – die Unmutsäußerungen nicht aus, auch wenn der durch den Brückenabriss bedingte Umweg z. B. zwischen der Straße Am Strandbad und dem Restaurant Einhaus am See kaum mehr als 200 m beträgt.
Bürgermeister Stockhoff äußerte sich dann auch gleich – gewohnt sehr schnell reagierend – auf Facebook mit Klarstellungen:


Tobias Stockhoff: Also, im Protokoll der o. g. Sitzung [gemeint ist die Bürgerversammlung im Marienviertel am 16.02.2016] steht: “Bürgermeister Stockhoff: Es besteht großes Interesse den Zugang möglichst schnell zu errichten. Die Maßnahmen kommen in den Haushalt 2016. Brückennutzung ist EVENTUELL nach der Sommerpause möglich. Die Hammbachbrücke wird Priorität vor der Sanierung anderer Brücken haben. Eine Prüfung der Brücke hat ergeben, dass sie so nicht haltbar ist. Die Errichtung einer provisorischen Brücke ist auch kostspielig. Die Brückensperrung erfolgte aus Sicherheitsgründen. Die Sanierungskosten liegen im 5-stelligen Bereich. Das Geld ist momentan nicht da. Der Rat kann nur investieren, was an Geld zur Verfügung steht. Brücken mit viel Verkehr haben dann höhere Priorität.”
Hintergrund ist, dass die Brücke anders errichtet werden soll, als bisher. Deshalb auch eine ALU-Brücke. Sie soll barrierefreier sein, als die bisherige Brücke. D. h. beispielsweise, dass die Zuwegung nicht mehr so steil sein wird. Dadurch wird die Brücke zwar deutlich teurer, aber man hat auch dauerhaft etwas davon. Das Geld steht dafür übrigens. Die neue Brücke wird auch etwas höher liegen und wird daher auch länger sein.
Die Verzögerungen ergeben sich u. a. daraus, dass man für die neue Brücke, neue Gründungen (“Fundamente”) braucht. Diese Gründungen müssen errichtet werden. Da der Hammbach ein besonders geschützter Bereich ist, gleiches gilt auch für die Lippe, müssen besondere Genehmigungen eingeholt werden. Dieses war bei der ursprünglichen kleineren Variante in der Dimension nicht notwendig.
Eine Brücke in einem Naturschutzgebiet ist leider etwas anderes als der Bau eines Einfamilienhauses. Das Genehmigungs- und Ausschreibungsverfahren ist deutlich komplexer. Aus diesem Grund sind Zeitangaben auch deutlich schwieriger zu treffen, als bei einem Hausbau.
Marienviertel-Kommentar: Danke für die – wenn auch, was die Bauzeit betrifft, kaum befriedigende – Klarstellung. Ich hoffe aber auch, dass allen Lesern deutlich wird, dass die Verantwortung für die Verzögerungen ‘oberhalb’ der Stadtverwaltung Dorsten liegt.

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