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Betr. Bauvorhaben Bismarckstraße

Impressionen von einer Informationsveranstaltung
20. Juni 2016, 18:00 – 21:00 Uhr

Ergänzung: Übersichts- und Detailpläne des Kreises zum Umbau am Ende des Beitrags

Der große Sitzungssaal im Rathaus: pickepackevoll.
Wer fehlte: Bürgermeister Stockhoff weilte in Berlin, Stadtbaurat Lohse hatte geplanten Termin in Rhade und musste nach einer halben Stunde gehen: verwunderlich für mich, dass bei einem so umfangreichen und lange geplanten Bauvorhaben vom Kreis als Verantwortlichem eine Information der betroffenen Bürger so kurzfristig anberaumt wird. Aber das kennen wir ja schon … Freuen wir uns doch, dass überhaupt eine solche Veranstaltung angeboten wird 🙁

Dafür waren Vertreter des Baulastträgers Kreis Recklinghausen in genügender Zahl da, ebenso Dipl.-Ing. Volker Himmel vom Planungsbüros ISW (der den wesentlichen Teil der Information bestritt), der Bauunternehmer, das für die Verkehrssicherung beauftragte Unternehmen und unser Dorstener Ordnungsamt.

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Interessant, dass auf der Folie immer noch das Datum fehlt …

Wichtige Aspekte, die erörtert wurden:
Gemeindedreieck:
Ab 27. Juni wird die Bismarckstraße zwischen Kreuzung Wienbecke/Grüner Weg und Gemeindedreieck komplett abgesperrt. Ausfahrt aus der Hohefeldstraße Richtung Gemeindedreieck bleibt zumindest vorerst erhalten. Daher bleibt auch die Ampelschaltung am Gemeindedreieck so wie sie ist, um die Ausfahrt zu ermöglichen. Anregung von Besucherseite: aus Richtung Lippe/Kanal kommend eine zweite Rechtsabbiegerspur einzurichten, um den erhöhten Verkehr abzuleiten. Dazu müsste dann aber auch etwas an der Ampelschaltung getan werden … Planer fand die Idee wohl gut und will es prüfen …
Kreuzung Bismarckstraße/An der Wienbecke/Grüner Weg:
Die Ampelanlage bleibt außer Betrieb. Aus Wulfen kommender Verkehr biegt dort rechts ab und gleich wieder links in die Marienstraße zur Borkener Straße: Skepsis bei vielen Zuhörern, weil ja auch wohl der Verkehr aus dem Grünen Weg zunehmen wird. Dort wird es dann auch die Baustellenzufahrt mit einem Tor geben, durch das 40.000 cbm Rheinsand transportiert werden. Am Tor vorbei führt allerdings auch der Schulweg aus dem Marienviertel zur Augustaschule und zu den Gymnasien; da heißt es für alle, vorsichtig zu sein.
In der Fortsetzung des Grünen Wegs wird in diesen Tagen ein fester Weg geschaffen, der am alten Bahnhof vorbei auf das Holzplatz-Rondell führt. Die Straße Am Holzplatz selbst trifft es hart: Halteverbot auf der Straße, evtl. Anwohnerparkausweise, Verkehr in beide Richtungen muss möglich bleiben, etwa September beginnen erste Umbaumaßnahmen der Stadt. Ein Anwohner bot sein Auto zum Kauf an; Parken könne er eh kaum mehr. Besucher von Moschee und Kirche im Bahnhof werden wohl einen längeren Fußweg in Kauf nehmen müssen, da zumindest bis jetzt die Stadt nicht bereit ist, die Freifläche gegenüber vom Entsorgungsbetrieb als Behelfsparkplatz freizugeben. Der wird auf der anderen Seite der Bismarckstraße auf dem Güterbahnhofgelände eingerichtet; dort, so der Planer, sei auch der Untergrund deutlich besser. Dazu gibt´s dann auch eine Querung über die Baustelle. Der Zollernparkplatz (am Ende des Grünen Wegs rechts) wird auch komplett angehoben, also auch ab nächster Woche gesperrt.
Um auf dem Holzweg, äh Holzplatz zu bleiben: zwischen Ärztehaus und Bahndamm wird eine einspurige Zufahrt mit einer Bedarfsampel eingerichtet, die ein Herausfahren nach rechts Richtung Gemeindedreieck und aus Richtung Hervest eine Einfahrt ermöglicht. Eine Fußgängerampel über die Halterner Straße an dieser Stelle ist nicht geplant, da sie den Verkehrsfluss zu sehr ausbremsen würde; es bleibt also der Übergang an der Kreuzung Am Katenberg. Wie sehr hilfreich eine Anwohnerinfo wie heute sein kann, zeigte sich, als klar wurde, dass bislang eine Beleuchtung des neuen Wegstücks zwischen Grünem Weg und Bahnhof noch nicht angedacht war, schlichtweg vergessen wurde.

Marienstraße zwischen Bismarckstraße und Borkener Straße:
Hier wird ein Großteil des Umleitungsverkehrs laufen. Dazu bekommt die Straße ein absolutes Halteverbot über die gesamte Bauzeit, mit Verbot für Schwerlastverkehr (über 12 to, außer Anliegern und Zulieferern). Die Einfahrt nach links in die Borkener Straße geschieht über eine Ampelanlage, deren Phasen gekoppelt werden mit denen der Kreuzung Pliesterbecker Straße; die Fußgänger-/Radwegampel dort wird außer Betrieb genommen.
Um den Schleichverkehr durch das Marienviertel zu reduzieren, wird der Luner Weg zwischen Wienbecke und Marienstraße zur Einbahnstraße Richtung Wienbecke; ein wichtiger Aspekt dabei: die Feuerwehrleute aus dem Marienviertel kommen schneller zur Wache.
Dass der Großteil des aus Richtung Wulfen kommenden Verkehrs über das Leopold-Gelände laufen soll (umgekehrt natürlich auch von der Stadt Richtung Wulfen!), war ja eigentlich klar; unverständlich für mich bleibt, warum der Planer Hinweisschilder zu einer großräumigen Umleitung rund um den betroffenen Bereich für nicht nötig hält; er meint, dass es sich auch so einspielen würde … Sein Wort in Gottes Ohr … Er konnte auch dem verzögerten Baubeginn etwas Gutes abgewinnen: so fällt der Anfang der Baumaßnahme in die verkehrsärmeren Sommerferien; manches könne sich dann einspielen, um dann bei Bedarf nachzujustieren.

ÖPNV:
Die Busse ZOB Dorsten – Wulfen werden über die Kreisel zur Halterner Straße geleitet; dazu wird eine neue Haltestelle eingerichtet. Die Busse ZOB – Bismarckstraße/Luisenstraße fahren über die Marienstraße.
Angeregt wurde auch, nach der Schließung der Gerhart-Hauptmann-Realschule die Tempo-30-Zone auf der Bismarckstraße aufzuheben, um den dort entstehenden Durchgangsverkehr flüssiger zu machen.

Für mich überraschend wurde die Grundwasser-Problematik erst sehr spät angesprochen, als viele Besucher schon gegangen waren. Bekanntlich bestehen ja enorme Zweifel an dem hydrologischen Gutachten, dass eine Gefährdung der Keller in der Umgebung ausschließt. Rhetorisch geschickt verwies unser Planer auf die Daten des Gutachtens, ohne eine persönliche Meinung kundzugeben: den lieben Nachbarn vom Grünen Weg (der nach der Baumaßnahme unter dem Niveau der Bismarckstraße liegt!) wünsche ich alles Gute; es geht bei hohem Grundwasserstand im Winter wohl um Zentimeter …
Die “Kuhle” an der alten Bahnbrücke wird nach dem Abriss zuerst teilweise mit frischem Rheinsand gefüllt (kein Recycling-Material), dann werden die alten Pumpwerke abgeschaltet und die Kuhle läuft mit Wasser voll; danach wird der Rest aufgefüllt.

Insgesamt machte mir die Planung der Verkehrsführung einen sehr durchdachten Eindruck; dass es einiges an Feintuning, auch durch Anregungen der Anwohner, geben wird und geben muss, ist eigentlich auch klar bei dem Umfang dieser Maßnahme an und auf einer Hauptverkehrsachse. Unverständlich ist mir, dass für Bürgeranregungen auf die wöchentliche Baubesprechung im Container verwiesen wird (“Da kann dann jeder hinkommen; ich werde auch da sein”) und keine ‘Hotline’ für E-Mails etc. geplant ist/war, erscheint mir weder zeitgemäß noch bürgernah; da scheint sich aber ein Umdenken anzubahnen, dem Munkeln am “Experten-Tisch” nach zu urteilen.
Unverständlich für mich auch manche eher ‘aggressive’ Fragen, die die (Negativ-) Wertung gleich mitlieferten oder sehr persönlich Interessen betrafen, Probleme doch endlich zu beheben, die schon vor der Baumaßnahme bestanden …
Verbesserungswürdig: die Zeitplanung, auch die zur Bürgerinformation, und die aufgelegten kontrastarmen Folien, die nur im abgedunkelten Ratssaal zu sehen waren. Danke an meinen Sitznachbarn mit Adlerauge, der auch die Texte auf den Folien lesen konnte …

Hier alle Folien/Detailpläne als Download und zum Anschauen (bereitgestellt vom Kreis Recklinghausen http://www.kreis-re.de/Inhalte/Buergerservice/Auto_und_Verkehr/Kreisstrassen/_Umleitungen_K41.asp)

Übersichtskarte

Detailplan1

Detailplan_2

Detailplan_3

Detailplan_4

Detailplan_5

Vorstellung_Bürgerversammlung

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  1. HEINRICH BROSTHAUS

    Sehr gut zusammengefasst, lieber Johannes.
    Ich finde es schade, dass die Ampelanlage in Zukunft wieder “ertüchtigt” am Grünen Weg ihren Dienst versehen wird, anstatt dort einen Kreisverkehr zu bauen.

    • admin

      So geht es mir auch, Heinrich! Eine “tüchtige” Ampel an dieser Stelle kann niemals den Verkehr so flüssig regeln wie ein Kreisverkehr, der dabei noch für eine angepasste Geschwindigkeit sorgt angesichts der vielen Fußgänger und Radfahrer, die dort queren.

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