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Parkkonzert im Garten Schürholz

Als vor knapp zwei Jahren der ‘Anstiftungssommer’ dazu einlud, die verborgenen Schätze Dorstens (neu) zu entdecken,  animierte das die Frauen des Kulturkreises St. Marien dazu, auch die Perlen des Marienviertels ans Licht zu bringen. Und so feierten wir heute ein Sommer-Fest der besonderen Art: ein Parkkonzert im Garten der Familie Schürholz an der Marienstraße.

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Was für eine Kulisse!

In der Rosamunde-Pilcher-Kulisse dieses herrlichen Gartens unterhielten die Blasmusik St. Marien, das Fanfarencorps Hervest-Dorsten und die Neu-Dorstenerin und Sopranistin Helena Botella Duran die rund 400 Gäste in gewohnt gekonnter Weise. Moderator Hans-Jochen Schräjahr sagte nicht nur die Titel an, sondern – selbst Marienkind – entdeckte unter den Zuhörern auch manch alten Schulkameraden aus der Marienschule und erinnerte in kurzen Rückblicken an die Geschichte Dorstens und des Marienviertels, die eng mit dem Haus Schürholz verbunden ist: die Industrieentwicklung Dorstens begann an der heutigen Marienstraße mit der Weberei Schürholz und der Maschinenfabrik, lange bevor die Zechen Baldur und Fürst Leopold abgeteuft wurden. Mit der Familie Schürholz wurde der Kirchbauverein gegründet, der die 1910 eingeweihte Marienkirche initiierte (die dem Wohnquartier erst seinen Namen gab). Hans-Jürgen Schürholz schließlich (mitbe-) gründete 1957 das Fanfarencorps Hervest-Dorsten. Es war ergreifend, als der Originalton eines WDR2-Mittagsmagazin-Beitrags aus 1967 an die ganz besondere Gastspiele zum 10-jährigen Bestehen erinnerte: das Fanfarencorps spielte dazu auf der Weltausstellung in Montreal und auf der Steubenparade in New York auf.

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Es war beeindruckend, wie unter dem Dirigat von Steffen Wardemann das Fanfarencorps auch die leiseren Töne beherrschte und sich quasi experimentell auch an Melodien herantraute: ein “verdammt schweres” (Werner Rommeswinkel) Unterfangen angesichts der musikalischen Beschränktheit einer Fanfare auf drei, vier Töne; da musste auch schon mal ein Stück Gartenschlauch her, um die Fanfare “zu verlängern”.

Sopranistin Helena Botella Duran, die Entdeckung aus der Ehrenamtsgala dieses Jahres, beeindruckte mit ihrem Gesang; dass eine so junge Sängerin sich so überzeugend an die ‘Rache-Arie’ der Königin der Nacht aus Mozarts ‘Zauberflöte’ mit ihren zahlreichen Koloraturen über zwei Oktaven herantraut, lässt auf eine große Karriere hoffen.

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Helena Botella Duran

Oliver Jahnich (häufiger mal die Kleidung wechselnd zwischen dem schwarzen Anzug des Blasmusik-Dirigenten und der Landsknecht-Uniform der Fanfaren) führte die Blasmusik St. Marien (und damit auch die Zuhörer!) in bewährter Weise von der Kuchenplatte (“Aber bitte mit Sahne”) bis ins Starlight-Musical und zu Jesus Christ Superstar.

Gemeinsam intonierten dann noch beide Orchester zum Abschluss den Fehrbelliner Reitermarsch (“Wir wollen unsern alten Kaiser Wilhelm wiederhaben”), so herrlich passend zu diesem Park und diesem Haus aus dem Jahr 1907.

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Gemeinsam beim Fehrbelliner Reitermarsch

Auch der Wettergott spielte gut mit: wenn einige Stühle in den Sitzreihen frei blieben, so lag es daran, dass viele den Schatten unter der rund 130-jährigen Rotbuche im Garten suchten.

Überzeugend waren ebenfalls die Leistungen der Damen des Kulturkreises, die nach dem Konzert kleine Köstlichkeiten anboten, und die Braumeister, die das ‘St.-Marien-Landbier’, ein trübes Bier mit angenehm würziger Note, kredenzten.

Allen Beteiligten, den Veranstaltern und ihren Helfern, den Musikanten und vor allem den Gastgebern großes Lob und herzlichen Dank!

Besonderer Dank gilt dem Kulturkreis: der Erlös dieses Benefiz-Konzerts fließt in die Jugendarbeit der beiden Orchester!

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Eine umfangreiche Bildergalerie mit den Fotos von Peter Koerber finden Sie hier auf der Homepage des Kulturkreises St. Marien.

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