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Trauer im Marienviertel: Pfarrer Theo Bollrath gestorben

 

Unser früherer Pastor Theo Bollrath ist am Mittwoch, 24. Juli 2013 im Alter von 85 Jahren in Herten gestorben.

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Theodor Bollrath wurde am 17. Oktober 1927 in Henrichenburg geboren und empfing am 15. August 1953 die Priesterweihe in Münster. Danach war er zunächst für ein Jahr für die Kongregation der Missionare vom heiligsten Herzen Jesu in Rom freigestellt. Anschließend war er als Kaplan in Duisburg, St. Bonifatius und von 1955 bis 1959 als Kaplan in Lüdinghausen St. Felizitas tätig. Danach übernahm er eine Kaplansstelle in Recklinghausen Liebfrauen. 1964 wechselte er als Pfarrer nach Marl-Hüls St. Konrad. 1969 war er zunächst Pfarrverwalter in Recklinghausen-Hillerheide St. Gertrudis, bevor er anschließend bis 1994 zum dortigen Pfarrer ernannt wurde. In den Jahren 1976 bis 1985 übernahm er außerdem die Leitung des Pfarrverbandes Recklinghausen Süd-Ost. Von 1987 bis 1993 wurde er zusätzlich zum Definitor im Dekanat Recklinghausen gewählt. 1994 wechselte er als Pfarrer nach Hervest-Dorsten St. Marien. 2001 erfolgte seine Ernennung zum parochus emeritus zunächst in Datteln St. Amandus. 2005 zog er als Emeritus nach Herten St. Antonius, wo er verstarb.

Am 25. August 1994 wurde die vakante Pfarrstelle St. Marien durch Bischof Dr. Lettmann mit Pfarrer Bollrath besetzt. Theo Bollrath wurde gemeinsam mit den „Missionsschwestern vom Heiligsten Erlöser“ am 9. Oktober 1994 in sein neues Amt eingeführt. Während seiner Zeit im Marienviertel wohnte er gemeinsam mit seiner Schwester im Pfarrhaus von St. Antonius, wo er an den Sonntagen die damaligen Pfarrer von Holsterhausen, Ludger Ernsting und Reinhard Vehring, zum Frühstück einlud. Im Pfarrhaus von St. Marien wohnten zu dieser Zeit die Missionsschwestern. Gemeinsam mit dem Pfarrgemeinderat von St. Marien führt er die ersten Kontaktgespräche mit der Pfarrgemeinde St. Josef zur Vertiefung der Zusammenarbeit (gemeinsame Wallfahrten, gemeinsamer Feldgottesdienst und Projekte in der Jugendarbeit). Im November 1999 wendet sich die kongolesische Familie Mfebe, die Pfarrer Bollrath aus den Gottesdiensten kannte, an ihn mit der Bitte um Beistand gegen die unmittelbar bevorstehende Abschiebung. Mit großer Unterstützung durch die Holsterhausener Pastöre und Pfarrgemeinderäte, Weihbischof Josef Voss und viele andere Engagierte konnte das bisher einzige “Kirchenasyl” in Dorsten letztlich erfolgreich sein. Der damalige Helferkreis aus den Gemeinden St. Antonius, St. Bonifatius und St. Marien erhielt dafür seitens des Bistums Münster die Auszeichnung „Zukunftsweisende Initiative“.

Im August 2001 trat Pfarrer Bollrath in den „endgültigen“ Ruhestand und zog nach Datteln. Die Pfarrgemeinden St. Marien und St. Antonius sind ihm bis heute dankbar für seinen Dienst und Einsatz, den er auch noch als Pensionär getan hat. Aus dieser Verbundenheit heraus kehrte er noch einmal zurück und feierte am 23. August 2003 im Marienviertel sein Goldenes Priesterjubiläum.

Sein Markenzeichen waren seine persönlichen Kontakte, insbesondere zu den älteren und kranken Gemeindemitgliedern, denen er ein gut zuhörender und wirklich interessierter Gesprächspartner war. “Es hat vor seiner Zeit noch nie so viele persönliche Kontakte gegeben”, sagt der stv. Kirchenvorstandvorsitzende Hans-Georg Roring. Besuche bei Alten und Kranken sah er nie als Pflicht, sondern “Das kam von Herzen”, erinnert sich Margrit Rehagen. Neben seiner pastoralen Arbeit galt seine ganz große Liebe der ihm seinerzeit verwehrten Missionsarbeit: Mit unermüdlichem Einsatz sammelte er für caritative Zwecke in Honduras, seiner “2. Heimat”, einem Land, das er mehr als 15 Mal besuchte.

Was mit einem leichten Schmunzeln auch gesagt werden muss: Der Mensch und Pastor Theo Bollrath bleibt in Erinnerung, der Prediger Theo Bollrath wird in Vergessenheit geraten …

Die Pfarrgemeinde St. Marien feiert am Freitag, 2. August 2013 um 18.30 Uhr ein Gedenkamt für Pfarrer em. Theodor Bollrath und lädt dazu herzlich ein. Bereits am Montag, 29. Juli 2013 wurde für Pfarrer em. Theodor Bollrath in seiner Heimat Henrichenburg St. Lambertus das Requiem gefeiert; die Beisetzung erfolgte im Anschluss auf dem dortigen Friedhof.

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