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Maibaumholen

Treffen am Mittwoch, 30.04.2014 um 18.00 Uhr bei Lunemann

Für die, die´s noch nicht kennen:
Martinskomitee / Maibaumgesellschaft St. Marien

Im Jahre 1947 wurde auf Anregung von Kaplan Reinhold am 11.11. der erste Martinszug durchgeführt. Nach einer Andacht in der Kirche zog man eine kleine Runde um die Kirche.

Da die Beteiligung immer größer wurde, übernahm die Leitung des Martinzuges im Jahre 1953 die Böllergruppe mit der Feuerwehr. Gleichzeitig bildete sich eine Bläsergruppe in der Gemeinde unter Leitung von H. Schürmann, die den Martinszug begleitete. Zwei Jahre später übernahm die Bergwerkskapelle Fürst Leopold Baldur die musikalische Begleitung, die auch im gleichen Jahr erstmalig am Heiligen Abend Weihnachtslieder in der Gemeinde spielte.

Durch den Ungarnaufstand im Jahr 1956 fiel der Martinszug aus und das Geld wurde gespendet.

Am Ende der 50er Jahre wurde die Beteiligung am Martinszug sehr groß, weil es in keiner Gemeinde der Stadt gleiches gab. Durch diese starke Beteiligung gab es finanzielle Schwierigkeiten. Aus diesem Grund wurde im Jahre 1960 von einigen Mitgliedern der Gemeinde St. Marien das Martinskomitee/die Maibaumgesellschaft gegründet mit dem Hintergrund, den Martinszug zu finanzieren. Für die Organisation und Durchführung der
guten Sache erklärten sich Klaus Ludes und Otto Dippel bereit. Die Versteigerungen leitete Klaus Ludes als Auktionator und Otto Dippel war sein Finanzminister. Später übernahm Helmut Alfes die Finanzen.

Am 30. April 1960 wurde dann der erste Maibaum geschlagen und an der Gaststätte Lunemann aufgestellt. Der Maibaum sollte die Größe der Gaststätte haben. Die Aufstellung des Maibaumes, geschmückt mit bunten Bändern, war sehr schwierig, da die technischen Hilfsmittel wie Bagger oder Feuerwehrleiter nicht zur Verfügung standen. Es wurde mit Stangen von unten und Seilen von oben durch die Fenster gearbeitet. Durch Stärkung mit Wermutschnaps und Bier wurde sie sehr erleichtert.

Die Versteigerung in amerikanischer Form wurde nach der Prozession am Fronleichnamstage in der Gaststätte Lunemann durchgeführt. Durch die Böllergruppe St. Marien, die bei Festlichkeiten oder besonderen Anlässen in Aktion trat, wurde der Beginn der Versteigerung angekündigt. Mit Pauken und Posaunen wurde dann die Versteigerung eröffnet. Bei der Versteigerung bekam jeder Bieter bei Überschreitung einer 100DM-Grenze dann eine Flasche Korn. Bei reichlich Bier und Korn war es leichter, ein gutes Ergebnis zu erreichen. Der erste Maibaumkönig wurde dann Hermann Schürholz.

Der Maibaumkönig bekam den ersteigerten Maibaum an einem von ihm erwünschten Termin zum Zersägen gebracht. Dann wurde der Maibaum von der Gesellschaft feucht-fröhlich zersägt. Beim Sägen wurde peinlichst genau darauf geachtet, dass die Säge nicht klemmte und zum Stillstand kam. Sollte es doch soweit kommen, wurden die Säger durch Korn gestärkt.

Durch die Einnahmen aus der Maibaumversteigerung wurde der Martinszug finanziert. Es wurde für Musik beim Umzug gesorgt, Stutenkerle gekauft. Die Stutenkerle wurden dann an jedes Kind kostenlos verteilt. Vorab wurden aber von den Kindern Laternen in den Schulen, im Pfarrheim und zu Hause gebastelt und  auf einer Ausstellung gezeigt. Diese Aktionen wurden auch finanziell unterstützt. Die ausgestellten Laternen wurden durch das Preisrichterkomitee bewertet. Die schönsten Laternen, die von den Kindern gebastelt wurden, wurden mit Preisen belohnt.

Der Jahresabschluss wurde dann durch ein Buchweizenpfannekuchenessen im Pfarrheim gefeiert. Das Martinskomitee, Feuerwehr, Musiker, Lehrer der Schulen und vor allem der Maibaumkönig wurden eingeladen. Die Pfannekuchen wurden von Mine Görz und Toni Spickermann gebacken. Das heutige ‘Team’ besteht aus Toni Spickermann, Ursula Rommeswinkel, Heti Scholtholt und Ulla Steffen.

In dieser Form wird bis zum heutigen Tag nach strengen Regeln die gesamte Tradition durchgeführt.

Die Organisation und Durchführung der Veranstaltungen wurde von Klaus Ludes und Helmut Alfes bis 1991 geleitet. Im Jahr 1992 wurde von Hans-Josef Scholtholt und Rainer Steck die Führung übernommen. Nach dem plötzlichen Tod von Rainer Steck wurde Rolf Rommeswinkel sein Nachfolger.

Im Jahre 2009 wurde der 50. Maibaum versteigert. Er wurde ersteigert von Klaus Mast vom Luner Weg.

Die Versteigerung ist immer wieder ein Erfolg für die gute Sache. Die wichtigste Aufgabe ist es, immer wieder einen Maibaumkönig zu finden, damit der alte Brauch noch lange aufrecht gehalten werden kann. Um in der Gemeinde über die Maibaumversteigerung mitreden zu können, sollte man unbedingt dabei gewesen sein.

Hans-Josef Scholtholt
in: Festschrift 100 Jahre Kirchengemeinde St. Marien, Hrsg. Katholische Pfarrgemeinde St. Marien, Februar 2010

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